18. Unternehmensnetzwerktreffen "Initiative Pflege"

Beim 18. Unternehmens-Netzwerktreffen "Initiative Pflege" der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft am 13.09. 2017 trafen sich Experten und Akteure aus der Pflege- und Gesundheitsbranche.

Im Laufe des Lebens wird sich jeder mehr oder weniger mit dem Thema Pflege auseinandersetzen müssen. Dabei gibt es viele verschiedene Facetten, die beachtet werden sollten. Durch de älter werdende Gesellschaft und die damit verbundene erhöhte Inanspruchnahme von Pflegeleistungen werden in Zuknft vermehrt Pflegekräfte benötigt. Aus Sicht der Gesundheitswirtschaft stecken riesige Potentioale, Herausforderungen und Chancen in der flächendeckenden, pflegerischen Versorgung.

Marina Kauer vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe Nordwest e.V. wies in ihrem Vortrag darauf hin, dass 2005 bereits ca. 40.000 Pflegekräfte gefehlt hätten. Die Prognose dieser Entwicklung wird nicht besser. Selbst bei einer positiven Einschätzung der Entwicklung würde sich der Mangel an Pflegepersonal bis 2025 fast verdreifachen. Hinzu kommt, dass die vorhandenen Pflegekräfte älter werden.

Im Anschluss daran klärte Dietmar Blank von der IKK Classic Weserbergland über den seit 2017 geltenden neuen Begriff zur Pflegeversicherung. Weiterhin erläuterte er die Pflegezeitgesetze. Diese geleten für Unternehmen mit Beschäftigten, die Angehörige pflegen.

Es gibt bereits Unternehmen, die sich auf den prognostizierten Verlauf des Pflegekräftemangels eingestellt sind. So erzählte Hauko de Boer vom gleichnamigen Pflegedienst in Bevern von seiner Strategie, den Beruf der Pflegekraft attraktiv zu machen. Er ermöglicht beispielsweise Mitarbeitende in Teilzeit, Wünsche für den Dienstplan zu äußern. Dies sei zwar ein großer organisatorischer Aufwand, würde sich aber rentieren: "Mitarbeitende sind zufriedener und geben dieses Entgegenkommen des Arbeitgebers wieder zurück."

Das Agaplesion Ev. Krankenhaus in Holzminden reagiert ebenfalls mit einer erfolgreichen Ausbildungsoffensive auf die Entwicklung. Oliver Gaartz und der Auszubildende Philipp Düker stellten die neue Kampagne vor, die im Rahmen de Landeswettbewerbs "Aktion junge Pflege" entwickelt wurde. Mit Plakaten von jungen, frechen, coolen Pflegern und Pflegerinnen, die ihren Beruf neu definieren, wird deutlich, dass es bei der Pflege um viel mehr geht, als das Waschen und Anziehen von Pflegebedürftigen.

Einen weiteren Ansatz präsentierte Ralf Heckmann vom DRK. Mit dem Förderprogamm "Triple Win" werden Pflegekräfte aus anderen Ländern angeworben. Dabei wird darauf geachtet, dass kein Pflegekraftmangel in diesen Ländern entsteht. Das Angebot für die Pflegekraft geht über das Stellen des Arbeitsplatzes und einer Wohnung hinaus und soll auch den Einstieg ins neue Umfeld erleichtern.

In der abschließenden, lebhaften Diskussion konnten durch die mitwirkenden Experten offene Fragen geklärt werden. So fragte man sich wie regionale Ansätze geschaffen werden können, um den Beruf der Pflegekraft (Krankenhaus und Altenpflege) attraktiver zu machen un welche Faktoren eine Rolle spielen. Die Entlohnung, die Weiterbildung und die Verinbarkeit von Beruf und Pflege, so war man sich einig, sind bei dieser Frage auf jeden Fall von hoher Bedeutung.

Diese Veranstaltung war ein Auftakt für weitere regionale Projekte zur Fachkräftegewinnung und -bindung, die die Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft zusammen mit den Landkreisen und dem Überbetrieblichen Verbund plant. Das 19. Unternehmens-Netzwerktreffen findet am 02.11.2017 im Landkreis Schaumburg zum Thema "Employer Branding mit dem Faktor Familienfreundlichkeit" statt.