Netzwerktreffen der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft

29.11.2016

Frau und Wirtschaft: Komfortzone verlassen – Neues wagen

Wie wird Karriere heute aus unterschiedlichen Perspektiven verstanden? Ist sie lediglich die Abfolge verschiedener Berufspositionen oder vielleicht eine universelle Lebensform auch im Sinne von „Dual Career“ (Doppelkarriere zweier Partner)? Und wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter in allen Lebensphasen immer wieder zu hohen Leistungen motivieren und in Zeiten des Fachkräftemangels an sich binden?
Diese und andere Fragen haben im Mittelpunkt des 16. Unternehmens-Netzwerktreffens gestanden, zu dem die „Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft im Wirtschaftsraum Weserbergland“ eingeladen hatte.

Ob Unternehmen in den sich ständig verändernden Arbeitswelten bestehen, hängt laut Prof. Dr. Hans-Ludwig Meyer (Hochschule Weserbergland) auch davon ab, ob sie es schaffen, sich selbst immer wieder neu zu erfinden. Foto: wk

BÜCKEBURG

An der Veranstaltung im Palais Bückeburg, dem Sitz der Schulen Dr. Kurt Blindow, nahmen Vertreter von in den Landkreisen Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Hildesheim sowie der Region Hannover ansässigen Unternehmen teil – insgesamt rund zwanzig Personen.

Auf dem Programm standen zunächst vier Kurzvorträge, die Impulse für die sich daran anschließenden Workshops („Werkstattgespräche“) setzen sollten. Die Themen und Referenten: „Veränderte Arbeitswelten“ (Prof. Dr. Hans-Ludwig Meyer, Hochschule Weserbergland), „Karriere“ (Heike Schildmeier, Sparkassenverband Niedersachsen), „Personalentwicklung“ (Dr. Katharina Klages, Coaching-Expertin, Bückeburg) sowie „Unternehmenskultur und Führung“ (Maik Fischer, Kurdirektor Niedersächsisches Staatsbad Pyrmont).

Ein Beispiel: „Warum müssen sich Arbeitswelten verändern?“, fragte Meyer zum Auftakt seines Referates in den Saal, um die Antwort gleich hinterherzuschieben: „Weil sich die Welt verändert!“ Diese werde nämlich – nicht zuletzt aufgrund politischer Entwicklungen, Globalisierung und Digitalisierung – immer komplexer und sei geprägt durch Unbeständigkeiten, Unsicherheiten und Mehrdeutigkeiten.

Exemplarisch verwies der Leiter des in Hameln beheimateten „Instituts für Personalentwicklung und lebenslanges Lernen“ auf die Wahl des Republikaners Donald Trump zum neuen Präsidenten der USA, der mit rechtspopulistischen und anderen fragwürdigen Sprüchen Wahlkampf betrieben hat. Außerdem nannte er den bevorstehenden „Brexit“ (Austritt Englands aus der Europäischen Union) und den aktuellen Diesel-Skandal des Autoherstellers Volkswagen, der überdies die Zukunftsthemen Elektromobilität und digitale Vernetzung von Autos „verpennt“ habe. Ferner erinnerte er daran, wie Unternehmen wie etwa „Uber“ (Online-Vermittlung für Personenbeförderungen) und „Airbnb“ (Online-Vermittlung für Unterkünfte) bestehende Märkte neu aufmischen – allesamt Entwicklungen, mit denen nicht gerechnet wurde.

„Die ‚Digitale Transformation‘ ist eine riesengroße Herausforderung“, betonte Meyer. Gleiches gelte für die sogenannte „Generation Y“ – also für jene gut qualifizierten Menschen, die mit dem Internet und digitalen Medien aufgewachsen sind und die andere Ansprüche an ihre Arbeitswelt hätten als frühere Generationen: „Nicht warten aufs Wochenende“, sondern „Arbeiten macht Spaß“ sei deren Devise; zudem verlange die Generation Y „Kooperation und nicht Machtspielchen in Unternehmen“. Dies vor dem Hintergrund, dass es eine Studie gebe, nach der 20 Prozent der Beschäftigten in Deutschland ihren Job aus Unzufriedenheit innerlich gekündigt haben.

Unternehmen müssen innovativ und flexibel sein, um in den sich verändernden Arbeitswelten zu bestehen, hob Meyer hervor. Oder anders formuliert: Wichtig ist, „die Komfortzone zu verlassen“ und sich zu trauen, etwas Neues auszuprobieren.

Fragen müssten sich Firmenchefs dabei auch, so Meyer, wodurch die von ihnen geführten Unternehmen für „Menschen mit guten Ideen“ attraktiv sind respektive werden. Was letztlich übrigens „kein Technik-Thema“ ist, so der Referent. Vielmehr gehe es um die Frage, wie Menschen zusammenarbeiten. Denn trotz des technischen Fortschritts werde der Mensch nicht unwichtiger.

Grußworte sprachen bei der Veranstaltung Rüdiger Maxin, Studiendirektor der Schulen Dr. Kurt Blindow, sowie Dr. Ludwig Schätzl, Wirtschaftsförderer beim Landkreis Schaumburg.

Quelle: Schaumburger Zeitung & Landes-Zeitung, 29.11.2016
Autor: Michael Werk



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