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Karrierefallen gib es auch bei Männern - Aerzener Frauentag

06.11.2016

AERZEN. Mit ein bisschen mehr Resonanz auf die Einladung zum 1. Aerzener Frauentag hatte die Gleichstellungsbeauftragte Beate Kimpel-Groppe schon gerechnet, aber immerhin: Rund 25 Damen und Herren hatten am Sonntagnachmittag den Weg in die Mensa der Domänenburg gefunden, um sich über Themen wie beispielsweise Frauen in Männerberufen oder die Arbeit der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft im Wirtschaftsraum Weserbergland zu informieren.

Leonie Wegener zeigt an einem Werkstück, was sie während ihrer Ausbildung zur Zerspanungsmechanikerin lernt (Foto). sbr

Das Thema Gleichstellung sei ein mühsames, das sagte Aerzens Bürgermeister Bernhard Wagner in seiner Begrüßung und schickte im Anschluss hinterher, dass es sich dabei aber um eine gesellschaftspolitische Aufgabe handele, die verfolgt werden müsse. „Andere Wege gehen“ lautet das berufliche Motto der Zerspanungsmechanikerin Leonie Wegener und der Mechatronikerin Julia Wilhelm, die ihre Ausbildungen in noch typischen Männerberufen absolvieren und von ihren positiven Erfahrungen in der Arbeitswelt berichteten. Im Vortrag von Kirstin von Blomberg zum Thema „Orientierung und Perspektiven für einen Wieder/Neueinstieg in den Beruf“ erfuhren die Zuhörer unter anderem, dass in der Beratung zunehmend zu beobachten sei, dass die Karrierefalle auch bei Männern zuschnappt, wenn Väter in Elternzeit gehen. Dass aller (Wieder)Anfang nicht leicht ist, erfährt auch die neue Gleichstellungsbeauftragte. Seit der Jahrtausendwende war im Flecken Aerzen der ehrenamtliche Posten der Frauenbeauftragten verwaist. Mittlerweile lautet die offizielle Bezeichnung für dieses weiblich besetzte Ehrenamt Gleichstellungsbeauftragte und nach 15 Jahren Vakanz ist es der Verwaltung gelungen, dieses Amt wieder zu besetzen. Beate Kimpel-Groppe lässt sich in ihrem Engagement von dem anfänglich eher zögerlichen öffentlichen Interesse nicht abschrecken, wie sie sagt. Für die Zukunft hat sie weitere Aktionen geplant, schließlich ist Gleichstellung eine Zukunftsaufgabe, wie auch der Bürgermeister sagte. Die Gleichstellung von Mann und Frau, oder neutraler ausgedrückt der Geschlechter, kann in diesem Jahr auf eine Jubiläum zurückblicken. Aber ein Grund zum Feiern ist das nicht. Ihr Beginn wird mit der Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin von Olympe de Gouges im Jahr 1791 gleichgesetzt. Das ist mittlerweile 225 Jahre her und das Ziel der Emanzipation, die komplette Gleichstellung von Frauen, ist in Deutschland noch längst nicht erreicht. Vermutlich wird es noch über ein weiteres Jahrhundert dauern, bis die Lücke zwischen den Geschlechtern vollständig geschlossen ist.

Quelle: Dewezet 06.11.2016

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