Gesundheitsförderung zahlt sich aus!

03.12.2015

Gesunde Mitarbeiter im gesunden Unternehmen

Weserbergland(r). Mit der „Betrieblichen Gesundheitsförderung“ hatte die Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft – ein Projekt der Weserbergland AG – beim 13. Unternehmens-Netzwerktreffen Frau und Wirtschaft ein Thema gewählt, welches Stoff für einen regen Austausch unter den Gästen bot. Im Zuge des Wandels in der Arbeitswelt nehmen die mehrfachen Belastungen mit gesundheitlichen Folgen wie beispielsweise psychische Erkrankungen rasant zu. Wie Betriebe unterschiedlicher Branchen und Größe eigene gesundheitsfördernde Strategien entwickeln, stellten verschiedene Unternehmen aus dem Wirtschaftsraum Weserbergland in Form von Best Practice selbst vor.

Bild: Die Teilnehmer des Projektes "Betriebliche Gesundheitsförderung" beim Netzwerktreffen. Quelle: Weserbergland AG

Bereits in der Begrüßung wies die stellvertretende Landrätin Schaumburgs, Helma Hartmann-Grolm, auf das hohe Gut Gesundheit auch im Zusammenhang mit guter Arbeit hin. In einem lebendigen Vortrag mit dem Titel „Fit statt fertig!“ unter Mitwirkung zweier Handwerksbetriebe stellte Benita von Steinaecker von der Handwerkskammer Hannover Aspekte gesunder Unternehmensstrukturen und solche zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit auf.

So berichtete der Werkstattleiter eines Autohauses aus Hameln, welche Bedeutung und Auswirkungen Faktoren wie Führung und Arbeitsumgebung, aber auch das persönliche Umfeld und die Familie auf die Arbeitsfähigkeit haben. Er hatte im Betrieb unter anderem die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz auf den Weg gebracht. „Ein wichtiger Aspekt ist die Einbeziehung aller Mitarbeiter, denn die wissen oft Details, die den Chefs fehlen“, beschrieb er die Praxis.

Dass die Einbeziehung des gesamten Teams entscheidend ist, um Herausforderungen zu meistern, hat auch Marion Windisch aus Hemmigen am eigenem Leib erfahren. Die Diplom Pädagogin hat als zunächst mitarbeitende Unternehmerfrau im Handwerk nach einem Schicksalsschlag den Betrieb ihres Mannes selbst in die Hand genommen. Dabei setzte sie insbesondere auf Transparenz und eine verantwortungsvolle Zusammenarbeit im Team. Für ihre Leistung ist sie aktuell „Unternehmerin 2015 im Handwerk“ ausgezeichnet worden.

Friedrich Schütte von der BKK24 stellte Auszüge aus dem „Report der Initiative Gesundheit und Arbeit, Studien zur Arbeitswelt“ vor. Diese belegen, dass betriebliche Prävention einen erheblichen Beitrag zur Gesunderhaltung der Belegschaft leisten und krankheitsbedingte Fehlzeiten bis zu einem Viertel senken kann. Das Präventionsprogramm der BKK24 „Länger besser leben“ baut auf vier Säulen auf: Nikotin- und Alkoholverzicht, körperliche Aktivität und gesunde Ernährung.

In Themeninseln hatten die Gäste – darunter viele Experten wie Betriebsärzte und Psychologen – anschließend die Möglichkeit, sich zu den Themen „Betriebliches Gesundheitsmanagement“, „Erhalt der Arbeitsfähigkeit“, „Psychische Belastungen, Gefährdung und Prävention“ und „Gesundes Leben“ einzubringen und auszutauschen.

Zum Thema „Psychische Belastungen, Gefährdung und Prävention“ stellte Phoenix Contact Electronics aus Bad Pyrmont die betriebliche Mitarbeiterberatung als wirksamen und „lohnenden“ Ansatz in der Prävention für psychische Belastungen vor. Monika Sutter-Diener, die seit vier Jahren Mitarbeiter/-innen berät, konnte anhand von Zahlen belegen, dass durch die Beratung auch tatsächlich krankheitsbedingte Ausfälle reduziert werden konnten. Zusätzlich zeigte sich, dass auch der Veranstaltungsort selbst, nämlich der Klostergarten des Klosters Möllenbeck, mit zu einer „gesunden“ Atmosphäre im Sinne eines wertschätzenden Wissensaustausches beitrug.

Quelle: Täglicher Anzeiger, 3. Dezember 2015