Zwei Firmen sagen Stress und Burnout den Kampf an

19.07.2012

Beschäftigte von BKK24 und Bornemann bestreiten Pilotprojekt / Wirkung durch Erkenntnisse der Gehirnforschung belegt

Obernkirchen (tw). Pilotprojekt zur Weiterbildung beschäftigter Eltern der beiden Obernkirchener Unternehmen BKK24 und Bornemann pumps: Zehn Beschäftigte haben an einem zweitägigen Seminar „Selbstmanagement nach dem Zürcher Ressourcen Modell“ (ZRM) teilgenommen – und überraschende Erfahrungen gemacht. Die Inhalte sind in Zusammenarbeit mit der Hochschule Weserbergland (HSW) und der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft, Stabstelle der Weserbergland AG, entwickelt worden.

Trainerin Sonya Schlüter (l.) mit emotional gestärkten und motivierten Teilnehmern zum Abschluss des Seminars. Foto: tw

Anfangs skeptisch

Ein wenig skeptisch waren die bei der BKK24 und bei Bornemann pumps beschäftigten Eltern schon, als im Frühjahr dieses Jahres eine Einladung ihrer Arbeitgeber für ein Seminar „Selbstmanagement-ZRM“ ins Haus flatterte. Zur Begrüßung saßen dann neun Mütter und ein Vater im „Klassenzimmer Ph. Rösler“ der BKK24. Sie waren voller Erwartungen und rätselten über den praktischen Sinn des nicht fachlichen, sondern persönlichen Weiterbildungsangebotes.

Beim Einstieg ins Seminar fragte Trainerin Sonya Schlüter die Teilnehmer nach deren Vorstellungen von Selbstmanagement, Stressvermeidung und Balance.

Die Gruppe der Fachkräfte war sich schnell einig, dass Lebenserfolg mit klaren Zielen, einer guten Planung und nicht zuletzt mit viel Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen einhergeht. Am zweiten Tag stellten die Teilnehmer dann überrascht fest, dass sie den Weg vom Wunsch zum Ziel viel effektiver gestalten können. Durch das Verinnerlichen von ganz neuen Denk- und Handlungsmustern führt die gewonnene innere Stärke zu einer gesteigerten Selbstmotivation.

„Das Geheimnis dieser Wirkung ist wissenschaftlich durch neueste Erkenntnisse der Gehirnforschung und Motivationspsychologie zum menschlichen Lernen und Handeln belegt“, so Trainerin Sonya Schlüter. Das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) ist in den 90er Jahren von Maja Storch an der Züricher Universität entwickelt worden. Es ist eine innovative Methode, um Selbstkompetenzen zu stärken, Stress und Burnout zu vermeiden. Diese Methode wird auch erfolgreich bei der Schulung von Führungskräften angewandt.

Im Gespräch mit Kirstin von Blomberg, Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft, bestätigten die Teilnehmer die Wirkung der Methode. „Anders als erwartet gibt es nicht den einen vorgezeichneten Weg. Vielmehr wird jeder für sich mit dem Blick für das Wesentliche an seine eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten herangebracht“, resümiert von Blomberg.

Die beiden Personalleiterinnen Jutta Eggers, BKK24 und Anke Westphal, Bornemann pumps, waren aufgrund der Rückmeldungen mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Wir als Arbeitgeber möchten, dass unsere Mitarbeiter wirkungsvolle methodische Hilfen an die Hand bekommen, die es ihnen ermöglichen, in diesen hektischen Zeiten ausbalanciert, zufrieden und damit auch langfristig gesund zu bleiben. Wenn uns dies so geglückt ist – was wollen wir mehr? Besonders positiv erleben wir auch den Schulterschluss mit unserem benachbarten Unternehmen Bornemann pumps“, resümiert Eggers für die BKK24.

Die Initiatoren der Maßnahme zur Bindung und Stärkung der Selbstkompetenzen von Mitarbeitern mit Erziehungsaufgaben sind sich am Ende einig: Diese Art von Weiterbildung dient nicht nur dazu, Wissen zu vermitteln, sondern fördert auch die innere Stärke und Motivation eines jeden Einzelnen und die Leistungsfähigkeit im Team. Darüber hinaus bindet sie Mitarbeiter über teilweise anstrengende Berufs- und Familienphasen hinweg.

Quelle: Schaumburger Zeitung, 19. Juli 2012

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